Verkehrsgerichtstag 2010: Idiotentest gehört auf den Prüfstand

Das Thema medizinisch-psychologischen Untersuchungen (MPU)  steht auf der Tagesordnung des diesjährigen Verkehrsgerichtstags in Goslar.

Hintergrund: Wer als Verkehrsteilnehmer am Steuer mit mehr als 1,6 Promille erwischt wird, kommt um den sogenannten Idiotentest nicht herum. Bei einem Münchner Rechtsanwalt genügte dazu schon der Versuch, im Rausch auf ein Fahrrad zu steigen. Mit der angeordneten Medizinisch-Psychologischen Untersuchung, kurz MPU genannt, hätte der Anwalt leben können. Doch die Art und Weise der Begutachtung fand er so ungerecht und willkürlich, dass er sich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschloss: Er klagte gegen das Begutachtungsunternehmen und verlangte die Gebühren zurück. Vor dem Münchner Amtsgericht wurde die Klage abgewiesen.

Der Oldenburger Verkehrsanwalt Frank Roland Hillmann sagte der Nachrichtenagentur DAPD, die MPU seien ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit, Änderungen seien aber nötig. So müsse der Vorgang transparenter sein, die MPU-Prüfer müssten überprüft werden können, ein MPU-Gespräch müsse rekonstruierbar sein, zum Beispiel durch Video- und Audio-Mitschnitte. Weiter forderte er verpflichtende MPU-Vorbereitungskurse und verkehrspsychologische Schulungen.

Ein Fachportal zum Thema MPU findet man unter www.führerscheinfix.de

Weitere Themen des Verkehrsgerichtstages sind die Fahrgastrechte im Luft- und Landverkehr, das neue EU-Verkehrssicherheitsprogramm und Maßnahmen, um das Unfallrisiko junger Fahrerinnen und Fahrern weiter zu senken.

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